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Airbrush-Ausstattung

 



 

Was Sie vor dem Start wissen sollten...

 

  Einsteiger neigen zu der Annahme, daß ein Airbrush-Bild ausschließlich mit der Spritzpistole und vor allen Dingen freihand entstehen muß.

Hierzu ist zu sagen, daß diese Technik zwar von einigen, aber den wenigsten Airbrush-Profis angewandt wird. Verwendung von Masken aller Art, Vorzeichnungen, teilweises Arbeiten mit Bleistift und Pinsel sowie Zurückkratzen der Farbe sind Techniken, auf die so gut wie niemand verzichtet.

Mein Rat: Falls Sie sich von dem obigen Gedanken nicht lösen können, probieren Sie folgendes aus:
Wählen Sie eine nicht zu schwierige Vorlage als Motiv aus, und spritzen Sie diese freihand auf Papier.
Ist das Bild fertiggestellt, sind Sie vermutlich von Ihrer Arbeit enttäuscht und spielen mit dem Gedanken, das Thema Airbrush als erledigt anzusehen. Werfen Sie das Bild dennoch nicht gleich weg.
Probieren Sie das gleiche Motiv in der
Maskiertechnik, kombiniert mit Freihand-Spritzen, und Sie werden feststellen, daß das Bild am Ende wesentlich besser aussieht als das erste.
Es gibt viele Airbrush-Künstler, die nicht besonders gut zeichnen können, und trotzdem gute Bilder spritzen. Probleme mit perspektivischen Ansichten, Proportionen und dergleichen können Sie durch den Einsatz der Maskiertechnik umgehen.
Wollen Sie dennoch unbedingt reines Freihandspritzen anwenden, so sollten Sie sich vorher umfassende Zeichenkenntnisse aneignen. Haben Sie Teile Ihres Bildes freihändig falsch angelegt, so können Sie das nur schwer rückgängig machen, der Fehler ist am fertigen Bild unübersehbar. Man könnte vielleicht annehmen, nicht gelungene Bildteile mit weiß zu überspritzen und nach dem Trocknen erneut mit Farbe zu überarbeiten, könnte dieses Problem lösen. Dem ist nicht so. Die Farben, die über weiß gespritzt werden, sehen immer etwas pastellartiger aus als direkt auf den weißen Papiergrund gesprüht.
Ich komme also aus vielerlei Gründen nicht umhin, Ihnen zu empfehlen, in Ihren Bildern teilweise mit Maskierung zu arbeiten.

 


 



 

Welche Ausstattung ist für den Einstieg zwingend erforderlich?

 

  Für den Einstieg ist es denkbar, vorerst auf einen Kompressor zu verzichten, und stattdessen Druckluftdosen zu verwenden, wie sie z.B. die Firma Revell anbietet. Vielleicht ist es auch möglich, von einem Bekannten einen Kompressor zu leihen. Wer handwerklich etwas Begabung hat, kann auch einen Kompressor aus einem Kühlschrank umbauen.

Mit einer preiswerten Single-Action-Pistole kann man Erfahrung im Umgang mit den Farben und der Handhabung sowie Reinigung der Pistole sammeln. Auch beim eventuellen späteren Umstieg auf eine teurere Pistole kann eine Single-Action noch gut eingesetzt werden, um z.B. Hintergründe zu spritzen, oder eine Versiegelung auf ein fertiges Werk aufzutragen, und ist somit kein sinnlos ausgegebenes Geld. Von einer Pistole mit Außenmischung rate ich jedoch ab, da hiermit wirklich nur flächig lackiert werden kann.

Am Anfang braucht man sicher auch kein allzu großes Farbsortiment. Ich fing an mit den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Nicht, weil ich diese Farben schön finde (weißgott nicht!), sondern weil aus diesen vier Grundfarben so gut wie alle anderen Farben gemischt werden können. Da ich über die Computergrafik zum Airbrushen gelangt bin, vermutete ich, was bei einem Farb-Tintenstrahldrucker funktioniert, müßte beim Airbrushen eigentlich auch gehen. Ich behielt recht. Es gibt zwar einige Farbtöne, die nicht aus diesen vier Grundtönen gemischt werden können, aber sie sind eine gute Auswahl. Zusätzlich empfehle ich noch ein reines Weiß.

Zum Schneiden von Masken besorgen Sie sich ein Bastelmesser mit doppelter Klinge und ein Skalpell. Ein Messer mit kleiner, drehbarer Klinge ist beim Schneiden von Rundungen in den Schablonen sehr empfehlenswert, aber am Anfang nicht unbedingt nötig.
Auch
Maskierfilm ist am Anfang noch verzichtbar, gerade zum Üben des Maskierens tut normales, festeres Papier gute Dienste.

Zum Reinigen der Pistole gibt es speziellen Airbrush-Reiniger, den ich aber nur für die Pistolen-Endreinigung verwende. Zum Reinigen beim Wechseln auf eine andere Farbe reicht im Normalfall eine Reinigung mit Wasser und Geschirrspülmittel.

 


 



 

Allround-Equipment

 

  Zur Allround-Ausstattung gehört ein Kompressor mit Manometer, Druckeinstellmöglichkeit, Druckbehälter und Wasserabscheider.
Es muß nicht unbedingt einer aus dem Airbrush-Fachgeschäft sein, es gibt auch verschiedene andere Möglichkeiten, die den gleichen Zweck erfüllen.

Bei der Wahl der Pistole für Allround-Arbeiten ist man am besten bedient mit einem Gerät, für das man verschiedene Nadel-/Düsensätze nachkaufen kann, wie z.B. den Hansa- oder Revell-Pistolen. So kann man die Pistole verschiedenen Anforderungen anpassen.
Hat man vorher zum Einstieg vielleicht schon eine billigere Pistole mit größerer Düsenöffnung gekauft, so kann man für gröbere Arbeiten weiterhin diese verwenden, und zusätzlich eine Airbrush mit feinerer Düse hinzukaufen für detaillierte Arbeiten.

Farben und Maskiermaterial unterscheiden sich nicht von der Einsteiger-Ausstattung. Vielleicht gönnen Sie sich ein paar zusätzliche Farben sowie schwach klebenden Maskierfilm und verschiedene Kurvenlineale und Kreisschablonen.

 


 


 


 

Profi-Ausrüstung

 

  Zur Profi-Ausstattung gehört ein vernünftiger Kompressor. Achten Sie darauf, daß der Druckbehälter nicht zu klein ist, damit der Kompressor nicht ständig laufen muß. Anschlüsse für mehrere Pistolen sind nützlich, um damit gleichzeitig arbeiten zu können oder im Team zu brushen.

Da Sie sich eine solche Ausstattung vermutlich nicht zum Einstieg kaufen wollen, gehe ich davon aus, daß Sie schon mindestens eine Airbrush-Pistole Ihr eigen nennen. Eine Profi-Pistole nämlich ist zum Spritzen von einfarbigen Bildhintergründen im DIN A2-Format o.ä. aufgrund der kleinen Düsenöffnung schlecht zu verwenden. Für solche Arbeiten sollten Sie zusätzlich eine Single-Action oder eine Double-Action-Pistole mit einer Düsenöffnung größer 0,3mm besitzen, und die teurere Pistole für kleinere Farbflächen und Details einsetzen.

 


 



 

Nützliches Zubehör

 

  Nützliches Zubehör sind
  • Spritz-Zusätze, die den Farben beigemengt werden, um z.B. bessere Haftfähigkeit der Farbe auf Textilien zu ermöglichen.
  • An Tische anschraubbare Staffeleien, so daß Ihr Bild nicht vor Ihnen liegt, sondern sich in einem angenehmen Winkel vor Ihnen befindet.
  • Projektoren, um nicht durchsichtige Vorlagen wie Fotos auf den Malgrund zu übertragen.